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Jon Christensen

Jon Christensen (* 20.März 1943 in Oslo) ist ein norwegischer Jazz-Perkussionist.
In den späten 1960er Jahren spielte er neben Jan Garbarek auf mehreren Aufnahmen des Komponisten George Russell.
Er erscheint auf vielen Aufnahmen auf dem ECM-Label mit Künstlern wie Keith Jarrett, Jan Garbarek, Bobo Stenson, Eberhard Weber, Ralph Towner, Barre Phillips, Enrico Rava, John Abercrombie, Michael Mantler, Miroslav Vitous, Rainer Brüninghaus, Charles Lloyd, Dino Saluzzi und Tomasz Stanko.
Jon erläutert Beats: „Du könntest Dienstag um 8 in einen Jazzclub gehen:00 und spielen Sie nur einen Tipp auf das Becken, kommen Sie dann genau eine Woche später in den Club zurück und spielen Sie einen weiteren Beckenhit. Die Leute würden denken, dass die beiden Ereignisse nichts gemeinsam haben. Aber das ist ein Beat.“
Nun, das ist vielleicht nicht in Nashville, aber es hat sicherlich seine Magie für eine Vielzahl von ECM-Künstlern gewirkt. „Wenn ich mit einer Band in 4/4 in einem mittleren Tempo spiele“, erklärt Jon, „und ich Lust habe, mich ein bisschen zu lockern, könnte ich aus dem Tempo gehen oder ganz aufhören“, aber ich weiß immer genau, wo ich bin. Ich markiere nur nicht die 1 oder stelle die Brücke mit einer Füllung auf. Ich versuche das immer zu vermeiden. Stattdessen versuche ich in Wellen zu spielen.“
Obwohl Christensen gerade mal mit den Besten von ihnen spielen kann – immer auf einem brutal schweren alten türkischen K – würde er es lieber ein wenig vermischen. Sie hören Jons vielfältige Ansätze auf seiner ECM Rarum-Veröffentlichung, ein beredtes Zeugnis seines Status als Meister des modernen Jazz-Schlagzeugs. Weitere Rarum-Preisträger sind Chick Corea, Jack DeJohnette, Pat Metheny, Dave Holland, Gary Burton, Keith Jarrett und Bill Frisell.
Christensen wurde sechzig und tourte mit einem halb so alten Gitarristen, Jacob Young. Über die Jahrzehnte, Jon deutet an, „Ich wurde immer angeheuert, um so zu spielen, wie ich spiele. Ich habe den ganzen Weg „Jon Christensen“ gespielt. Journalisten begannen zu schreiben, dass ich dieser innovative Schlagzeuger sei und dass Leute aus Japan und Europa versucht hätten, wie ich zu spielen. Erst dann habe ich herausgefunden, Hmmm, vielleicht habe ich doch etwas anderes gemacht.“
Improvisationsverständnis in der Gruppe gleicht die Altersunterschiede aus: Textlich einfallsreicher Trompeter Mathias Eick mag 28 sein und findiger Schlagzeuger Jon Christensen 64, aber sie sind klar aufeinander abgestimmt. Eine besondere Freude des neuen Albums ist das Zusammenspiel von Youngs prominenter Akustikgitarre und Christensens Schlagzeug, in eindrucksvollem Zusammenspiel auf vier der Stücke hier „Sideways“ selbst, „Near South End“, „Out of Night“ und „Maybe We Can“.
In einem Interview mit All About Jazz nannte Young Christensen den Direktor der Band: „Er ist eher ein Regisseur als ein Schlagzeuger im traditionellen Sinne, zumindest so, wie er jetzt spielt. Er kann die Melodie in jede Richtung schieben, die er will.“ Christensen steht es frei, frei zu spielen, die Musik zu färben oder voranzutreiben, Feuer unter den Musikern zu entzünden oder ihre Soli zu detaillieren.
Unverbesserlich der Idee des Jazz als Klang der Überraschung verpflichtet, ist Christensen auf „Sideways“, einer CD, die, wie wir glauben, seine 55. ECM-Aufnahme ist, in seiner besten unvorhersehbaren Form. (Das erste war natürlich „Africa Pepperbird“, in dem 1970 das Garbarek Quartett mit Terje Rypdal, Arild Andersen und Jon vorgestellt wurde). Er und Jacob Young spielen seit 1996 in verschiedenen Kontexten zusammen.
Er starb in Frieden Dienstag, 18.Februar 2020 in Oslo.

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